Es ist eine Erfolgsgeschichte, wie wir sie lieben. Die Geschichte eines unbekannten Produkts, das unverzichtbar geworden ist. Die Geschichte zweier Brüder, David und Olivier Gabison, die es wagten, an eine neue Verwendung in einem Markt zu glauben, der von den Giganten der Haushaltsgeräteindustrie dominiert wird. Als Gast des Podcasts Equity Conversation erzählt David Gabison die Geschichte von SteamOne, dem französischen Pionier im Bereich Dampfglätter. Und seine Erzählung ist eine echte Lektion in Sachen Unternehmertum.
„Wir mussten uns entscheiden: weiterleben oder ein echtes Unternehmen gründen. Also haben wir alles hinter uns gelassen ... für den Dampfglätter.”
Die Anfänge: Der Misserfolg in Amerika, der alles ins Rollen brachte
Das Abenteuer beginnt Ende der 1990er Jahre in Florida. David Gabison übernimmt die Leitung eines Bekleidungsunternehmens in Miami, ohne etwas über die Branche zu wissen. Er gründete dort zusammen mit seinem Bruder Olivier ein Unternehmen. Das Experiment war jedoch von kurzer Dauer, und das Unternehmen musste Insolvenz anmelden.
Aber dort machten sie eine Entdeckung, die ihr Leben verändern sollte: den Dampfglätter, der in allen amerikanischen Geschäften verwendet wurde. Nach ihrer Rückkehr nach Frankreich wollten sie sich damit für ihr neues Geschäft mit Brautkleidern ausstatten ... aber es war unmöglich, welche zu finden. Also beschlossen sie, sie zu importieren. Es war noch kein Unternehmen, sondern ein Bedarf. Aber dieser Bedarf sollte sich zu einem Markt entwickeln.
Von der Werkstatt zum Test unter realen Bedingungen
Anfangs wurde alles von Hand gemacht. Die beiden Brüder stellten ihre ersten Dampfglätter in Pariser Bekleidungsgeschäften zur kostenlosen Erprobung auf. „Wenn es Ihnen nicht gefällt, holen wir es wieder ab.“ Aber jedes Mal weigerten sich die Teams, das Gerät zurückzugeben.
Die Mundpropaganda wirkte, und die Anfragen von Fachleuten strömten nur so herein. Das Produkt war einfach, intuitiv und effizient. Dennoch war es der breiten Öffentlichkeit völlig unbekannt.
Die Wette auf den Dampfglätter: 380.000 €, die alles veränderten
Eine Zeit lang führt SteamOne sein Geschäft parallel zu seiner Modetätigkeit weiter. Bis zu dem Tag, an dem sie sich ein Ultimatum setzen: Wenn sie in einer Saison nicht mehr als 400.000 € an Bestellungen erzielen, werden sie alles andere aufgeben, um sich ganz dem Dampfglätter zu widmen.
Sie erzielen ... 380.000 €.
„Wir hatten 400.000 gesagt. Wir haben keine 400 erreicht. Also hören wir auf.“ Diese ebenso radikale wie riskante Entscheidung markiert die offizielle Geburtsstunde von SteamOne, mit einer Überzeugung: eine starke Marke in einem noch unerschlossenen Markt zu schaffen.
Vom Import zum Markenprodukt: der industrielle Wandel
Das ursprüngliche Modell basierte auf dem Import eines amerikanischen Produkts. Doch schon bald wollten die französischen Händler ihre eigenen Margen. Der amerikanische Hersteller weigerte sich jedoch, seine Preise zu senken.
Also reisten die Brüder Gabison nach China, fanden einen Hersteller und gründeten 2010 die Marke SteamOne. Dieser Kurswechsel ermöglichte es ihnen endlich, mit den großen Elektrofachmärkten zusammenzuarbeiten und die breite Öffentlichkeit zu erreichen.
„Wir sagten uns: Wir werden nicht die Billigsten sein, sondern die Besten.“
Zu diesem Zeitpunkt begann SteamOne auch mit einer industriellen Umgestaltung. Design, Formen, Fabriken, Normen: Alles musste neu aufgebaut werden. Und Fehler waren teuer, wie das erste tragbare Modell, das nie auf den Markt kam und ihnen Verluste in Höhe von mehr als 500.000 € einbrachte.
Der Treibstoff für Wachstum: Kapital beschaffen, strukturieren, durchhalten
2013 erzielt das Unternehmen einen Umsatz von knapp 1 Million Euro. Dennoch überzeugt es das Equity-Programm des CIC, zu investieren. Die Herausforderung: sich von einem Handwerksbetrieb zu einem industriellen Akteur zu entwickeln.
Der Fonds bringt weit mehr als nur Kapital. Er strukturiert das Wachstum, schreibt Strategieausschüsse, Berichterstattungen und Disziplin vor. „Ohne sie wären wir nie dort, wo wir heute sind”, räumt David Gabison ein.
Doch dann kam Covid. Das Unternehmen verschuldete sich mit einem PGE. Der Fonds musste aussteigen. Niemand kann den Fonds aufkaufen. Bis die beiden Brüder einen Bankkredit erhalten, um 100 % des Kapitals zu übernehmen. Eine gewagte Operation, die es ihnen heute ermöglicht, das Unternehmen in völliger Freiheit zu führen. Von Frankreich nach Amerika: eine unternehmerische Revanche Seitdem ist SteamOne wieder profitabel und wächst stark. Das Unternehmen hat eine Niederlassung in den Vereinigten Staaten eröffnet, wo alles begann. Dort stattet es bereits mehrere Hotels aus und bereitet sich darauf vor, direkt an amerikanische Verbraucher zu verkaufen. Eine symbolische, aber vor allem strategische Rückkehr zu den Wurzeln: Der amerikanische Markt kennt das Produkt bereits, aber kein Akteur nimmt die Position des Premium-Anbieters ein. SteamOne will dieser Marktführer sein.
Das Hotel, neues Terrain
Ein weiterer Hebel für die Entwicklung: die Hotellerie. SteamOne stellt seine Geräte in den Zimmern auf und ersetzt damit die oft wenig effizienten Bügeleisen. Das Ergebnis: ein besseres Kundenerlebnis ... und weltweite Sichtbarkeit.
„Jede Nacht in einem Hotel mit einem SteamOne ist ein potenzieller Kunde, der das Produkt entdeckt.“
SteamOne oder die Kunst, eine Kategorie zu schaffen
In 15 Jahren hat sich SteamOne gegen die Giganten behauptet. Warum? Weil es nicht kopiert, sondern etwas Neues geschaffen hat. Es hat eine Verwendung, eine Marke, ein Premium-Segment geschaffen. Und einen Standard gesetzt.
„Wir sind keine Nachahmer. Die anderen kopieren uns. Umso besser.“